Friday, August 31, 2018

31.8.18 Bootstour

Heute klingelte der Wecker um halb 8. War natürlich trotzdem vorher wach. Ich frühstückte, schrieb den gestrigen Blog und packte meine Sachen. Um viertel 9 holte mich Anke wieder ab, voll lieb, sie fuhr extra einen Umweg, um mich mit zum Bäcker zu nehmen. Dort trafen wir auch prompt auf ein paar andere ;-)
Dann gings zur Station, es gab noch einen Cappuccino, während unser Boot für heute beladen wurde. Denn wenn eine Gruppe Kiter da mitfährt, die am Ende downwinden wollen, kommt da einiges an Gepäck zusammen und die kleinen Boote mussten mehrfach hin und her fahren bis alles an Bord war. Dann ging die Fahrt los, die Küste entlang nach Norden. Erst den Long Beach lang, der raufwärts immer voller wurde, dann an Ulcinj vorbei, wo es keinen wirklichen Strand gibt, sondern nur große Liegeterrassen am Fels. Wir haben die Touris dort schon etwas bemitleidet ; -)
Nach vielleicht einer Stunde Fahrt kamen wir in einer kleinen Bucht an, wo wir ankerten.


In Sekundenschnelle waren alle über Bord und hier merkte man schon, dass hier lauter Wassersportler unterwegs sind, denn alle sprangen von oben rein. Selbst die kleinste Maus mit ihren 5 Jahren kann schwimmen und musste sich von ihrer Mama sagen lassen, dass sich nur Babies die Nase beim Springen zu halten ;-)
Wir schwammen bzw paddelten (ein paar Standup Paddling Boards waren auch mit) alle Richtung Ufer und in eine kleine Höhle hinein. Total cool, stockfinster drin, nur an einer Seite schimmerte es unterm Fels türkisblau und da gab es dann auch eine Stelle, wo man in einen Tunnel mit super Licht gelangte und wieder hinaus schwimmen konnte. Ich hoffe mal, ich bekomme da noch ein paar Fotos von denen mit Gopro. Heute waren immerhin einige dabei.
Dann zeigte uns Alex noch eine Stelle, wo man gut aus dem Wasser kam, hochklettern und springen konnte.
Nachdem wir uns ausgetobt hatten, schwammen wir zurück und ließen uns trocknen. Es gab ein kleines Mittagessensbuffet mit Brot, verschiedenen Sorten Wurst und Käse, Gemüse... Nach etwas faulem Rumliegen, ging nochmal ein Ruck durchs Boot und die Reling wurde zum Sprungturm umfunktioniert. 

Schließlich ging dann aber doch die Fahrt los, der Wind war immer noch zu schwach. Wir fuhren ein Stückchen, auf dem Boot ging kein Lüftchen. Dann ankerten wir aber nochmal und plötzlich blies es doch ganz ordentlich. Es wurde hektisch, das erste Versuchskaninchen wurde ins Wasser geworfen, Kite und Board hinterher und nach kleinen Startschwierigkeiten schien es zu funktionieren. Und so wurde einer nach dem anderen über Bord geworfen, bei über 10 Mann dauert das schon ein Stück. Inzwischen sprangen wir mit den drei kleinen Kids auf der anderen Seite noch etwas ins Wasser, ein ganz schöner Flohzirkus, aber immerhin alle sehr sicher im Wasser.
Als alle Kites in der Luft und wir wieder an Bord waren, fuhr auch unser Boot wieder los und neben den Kitern her die Küste runter. Zwischendurch verlud Alex mich und meine Kamera nochmal auf das kleine Boot und wir machten einige Fotos mit Kites und dem Schiff.




Es war fast 4 bis wir zurück waren und alles wieder an Land war. Ich beschloss nicht mehr aufs Wasser zu gehen, für zwei Stunden lohnt sich das finanziell nicht wirklich... So lagen wir also auf den Sitzsäcken und es gab ein Feierabendbier. Kurz vor 7 wurde ich mit zu meinem Appartement genommen und klärte ab, dass ich noch eine Nacht länger bleiben kann, also bis Sonntag. Dann duschte ich, beförderte 140 Bilder in die Dropbox und wurde zum ersten Mal sauber zum Abendessen abgeholt. Wir fuhren in einen total süßen Laden mit großer Terrasse und ganz vielen Lampions, Fackeln usw. Wir hatten die Wahl zwischen Burgern, Rumpsteak und Nudeln mit Pilzen, die super lecker waren. Der Rest wohl auch. Gegen 11 wurde ich zu Hause abgesetzt und ging direkt ins Bett.

Thursday, August 30, 2018

30.8.18 Strandtag

In meiner ersten Nacht im Einzelzimmer wachte ich irgendwie ständig auf, wahrscheinlich war es einfach zu ruhig. Gegen halb 8 stand ich auf und machte mich erstmal 1,5km auf den Weg zum nächsten Laden. Ohne fahrbaren Untersatz ist man hier echt im Arsch... Mit Cornflakes, Schokohörnchen und Obst eingedeckt gings zurück, wo der Blog von gestern geschrieben wurde. Um 11 sammelte mich Anke auf dem Weg zur Station ein. Dort gabs erstmal nen Cappuccino, dann legte ich mich zu den Schweizern an den Strand.
Dort lag ich nicht lange, denn plötzlich kam einer und meinte, er fährt nach Ulcinj Geld abheben, ob ich mit will! Läuft echt. Und so fuhren wir zu dritt, auf dem Rückweg quasi als Geldtransporter... Als wir gegen 1 zurück waren, gabs immer noch nicht genug Wind. Alex gab eine Einführung in die verschiedenen Safety-Systeme, die im Notfall den Kite von einem lösen sollen. Die Profis blickten durch, wir drei Anfänger hatten da so unsere Schwierigkeiten, auch wenn vieles physikalisch schon logisch klang.
Danach lag ich wieder am Strand, las und alle warteten auf Wind. Einpaar starteten dann mit sehr großen Kites, gegen halb 5 bekam auch ich die Starterlaubnis. Mit 4 Quadratmetern mehr als gestern gings los. Ich schaffte den Aufbau alleine, dann gings ins Wasser. Es ging echt super. Vielleicht auch, weil es viel weniger Wellen gab als gestern. Und so schaffte ich es schon ein bisschen weniger stark mit dem Wind abzutreiben und somit auf meiner Strecke sozusagen 6 Schwünge statt 4 (so aus Snlwboardersicht...).
Um 6 hatte ich genug, irgendwie wehte der Wind auch ziemlich unkonstant, was es nicht leichter macht. Ich hatte aber deutlich weniger Wasser geschluckt. Dann gabs ein Bier am Strand und wir kuckten uns den Sonnenuntergang an. Gegen 8 startete dann eine etwas kleinere Gruppe als gestern zum Abendessen. Wieder am Fluss und natürlich gabs wieder Fisch und Meeresgetier. Für mich  heute in Form von Spaghetti Frutti di Mare, sehr lecker. Dazu einen griechischen Salat und Wein. Satt und zufrieden fuhren wir um halb 11 wieder zurück, ich wurde an meinem Appartement abgesetzt, duschte und entdeckte dabei zwei Mitbewohner. Süße kleine quietschgrüne Frösche, sahen aus wie aus Plastik bis ich sie antippte... Dann fiel ich ins Bett. Gute Nacht!
Ach ja, nicht ein Bild hab ich gemacht, außer von meinem Haustier...

29.8.18 Strand - ein echter!

Heute früh war ich kurz nach 7 wach und konnte nicht mehr schlafen. Ich stand auf und ging erstmal nen Kaffee trinken und unterhielt mich mit dem 2. bayrischen Mathelehrer, der auch mit wandern war und lustigweise gerade sein Sabbatjahr beendet. Gab ein paar nützliche Tipps für nächstes Jahr...
Dann frühstückte ich, packte und lief zum Bus nach Ulcinj im Süden Montenegros. Der fuhr um 9, konnte die Autoschlange an der Grenze umfahren und war um halb 11 am Ziel. Erstmal suchte ich einen ATM, dabei fand ich auch schon einen Kleinbus zum Long Beach, südlich der Stadt. Ich hob 300€ ab, ja, Euro gibts hier wieder, und bekam drei Scheine :-(  Dann gings zum Strand, natürlich fuhr der Bus nicht so weit wie ich wollte, aber für 5 statt 1 Euro ging das dann auch.
Ich landete an einem echten, breiten, 13km langen feinen Sandstrand! Mit ganz wenig Liegen!
Ziel war eine Kitestation, die laut booking auch Zelte anbietet. Ich lief samt Gepäck noch gut einen Kilometer hin, um dort zu erfahren, dass das gar nicht stimmt. Man wolle nur mal das Interesse an Leihzelten testen! Geil! Der Typ meinte dann, er könnte mir schon was organisieren. Aber irgendwie war mir das zu doof, hier war auch absolut tote Hose. Nachsaison, meinte der Kerl, aber da, wo ich herkam, war definitiv mehr los.
Also die ganze Strecke zurück laufen... Dort checkte ich dann eine Kitestation mit viel Leben und landete prompt in deutscher Hand! Die vermieten auch Caravans, aber leider alles voll. Dafür entdeckte ich auf Booking ein Appartment in 1,5km Entfernung. Theoretisch für 3 Personen, 14 € die Nacht. Schnell gebucht, eingecremt und erstmal ins Wasser.

Kurz nach 1 kam dann Leben in die Bude, der Wind drehte, zum ersten Mal seit drei Tagen war Kiten möglich. Das Bild erinnerte stark an meine Kindertage am Comersee, wenn plötzlich alle Eltern von uns zum Windsurfen starteten ;-)

Alex, der Chef des Ladens, nahm mich persönlich unter seine Fittiche. Ich passte nicht so recht in eine Gruppe und ein bisschen was kann ich ja auch schon. Eine Stunde für 80€, schon happig, aber hat sich echt gelohnt. Zum ersten Mal bekam ich einen Helm und eine Prallschutzweste, deutsche Qualität eben! Wir gingen alles nochmal durch, auch zum ersten Mal auf deutsch, nach portugiesisch in Brasilien und englisch letztes Jahr... Nachdem die Basics geklärt waren, gings an die ersten Starts und beide Richtungen klappten auf Anhieb, juhu!
Danach wurde ich mir selbst überlassen. Theoretisch weiß ich, wie alles funktioniert, üben muss ich erstmal allein. Und Alex war mit anderen in der Nähe und gab mir immer wieder Tipps. Leider waren die beiden ersten Starts mit die besten des Tages, aber es klappte schon meist ganz gut. Auch wenn ich gefühlt mehr den Strand hochgelaufen bin und in der Brandung hängend Wasser geschluckt hab. Man sollte übrigens nicht das Board mit der Kante auf den Fuß fallen lassen, tut immer noch weh... Gegen 5 hatte ich genug Salzwasser im Bauch, Nase, Augen, Sand überall und echt genug. 

Nachdem alles aufgeräumt war, saß ich noch mit einigen anderen Kitern und Anfängern zusammen. Die Profis wollten um 6 einen "Downwinder" machen, sprich mit dem Wind einige Kilometer weit runter fahren, und wir alle wollten dort dann Essen gehen. Dann brach aber der Wind ein, alles wurde umgeplant. Anke, die Chefin, nahm mich mit zu meinem Appartement, ich checkte schnell ein. Schon der Hammer für den Preis. Um kurz nach 7 nahm mich dann der nächste mit zum Restaurant. Ohne Auto ist man hier echt im Arsch. Aber die meisten fliegen nur zum Kiten hierher und haben einen Leihwagen und daher genug Platz.
Das Restaurant war direkt am Wasser, wo ein Fluss ins Meer mündet. Wir waren bestimmt 30 Mann. Mit ein paar anderen teilte ich mir eine große Platte mit verschiedenen Meeresfrüchtesachen, super lecker! 
Aber schon auch deutsche Preise, ich zahlte fürs Essen und zwei Bier 19 Euro. Aber nach den letzten günstigen Wochen muss ich schon mal etwas Geld auf den Kopf hauen. Die Hälfte der 300€ ist schon weg, hätte ich mal mehr abgehoben, der nächste ATM ist 8km weg...
Gegen 12 brachten mich dann zwei schweizer Jungs heim, ich duschte noch und kippte dann in mein Bett. Zum ersten Mal seit einem Monat ohne Mitbewohner! Hier bleib ich jetzt auch noch 2 Nächte, wenn also abends kein Blog kommt, keine Panik bekommen ;-)

Tuesday, August 28, 2018

28.8.18 Wanderung Valbona Theth

Heute Nacht wurde, wie befürchtet, in unserem Dorm unglaublich viel und laut gesägt. Eine schlief, vier waren wach... Um dreiviertel 6 klingelte endlich der Wecker, wir packten und machten uns fertig, dann gings zum Frühstück. Brot, Käse, Eier, Tomaten, Gurken und starken türkischen Kaffee, Lunchpakete wurden gepackt. Für das Komplettpaket zahlten wir gerade mal 20€!

Nach einem Abschiedsfoto fuhr uns der Hausherr 6km zum Startpunkt des Tracks. Um zehn vor 7 starteten wir. Es war immer noch wolkig, oben im Pass hing die Suppe drin, aber es regnete nicht. Erst ging es vielleicht drei Kilometer im Flussbett entlang, bevor es dann so langsam nach oben ging. Von 1000m mussten wir auf 1800 hoch. 
Ein bisschen anstrengend war es schon, aber nicht schlimm und es war nicht immer gleich steil, also es gab ein paar Zwischenstrecken zum Luftholen. Wir waren völlig allein unterwegs. Es war frisch, aber der Pulli musste runter. Etwa auf halber Höhe war ein kleines Restaurant, wo wir unsere Flaschen füllten, dann gings gar nach oben. 
Irgendwann verschwanden wir im Nebel. Nach ca 2,5h waren wir oben. Dort wars ganz schön windig und kalt, wir blieben nicht lange. 


Auf dem Weg nach unten war es aber windgeschützt und es wurde immer freundlicher und langsam kam die Sonne durch. Wieder gabs ein Restaurant und wir gönnten uns einen heißen Kaffee. Jetzt kamen uns die ersten entgegen, die in die andere Richtung liefen. Auch ein paar geführte Gruppen mit Packpferden. Muss echt nicht sein! 

Dann gings weiter steil und teils über Schotter runter, nicht immer leicht zu laufen. Wir waren inzwischen froh über Laufrichtung und Startzeit, denn hier schien jetzt die Sonne richtig runter und ich wollte nicht mit unserem Gegenverkehr tauschen. 
Um kurz nach 12 liefen wir in Theth rein, die angekündigten 6h konnten wir also locker einhalten. Dort stand auch schon ein Minibusfahrer. Während wir noch auf ein paar andere warteten, gabs ein kühles Bier. 
Gegen 1 gings dann zurück. Erstmal fast eineinhalb Stunden Offroad, fast wieder auf 1700m hoch. Dort begann die schmale echte Straße und im Kamikazestil gings runter. Augen zu und durch! Kurz nach halb vier kamen wir dann wirklich lebend in Shkodra an. Es ging zum Hostel zurück, wir wurden neu verteilt und ich machte erstmal wieder Laundry. Mein 6. Stempel machte sie kostenlos. Dann hing ich erstmal noch weng im Hostel rum.
Gegen acht machte sich dann eine nicht kleine Gruppe aus dem Hostel auf zum Abendessen. Ich hatte einen Veggie Mix aus dem Ofen mit verschiedenem Gemüse und Käse, super lecker. Jetzt sind wir zurück, der Blog ist fertig und ich habe gerade die Rückfahrt nach Deutschland gebucht. Aus Mangel an Alternativen wird es doch wieder der grüne Bus ;-( Falls ich wieder lustig umgebucht werde, kann ich nix dafür, wenn ich zu spät heimkomme!
Morgen gehts weiter nach Montenegro, wahrscheinlich ein paar Tage Strand...

27.8.18 Auf in die Berge

Hallo Die Nacht heute war nicht so toll, erst war es noch ewig laut von der Hostelterrasse, wo es wohl einige Free Rakia Shots gab, um fünf klingelte dann versehentlich der erste Wecker im Dorm. Klar, dass ich dann nicht mehr einschlafen konnte...
Wie ich aber später feststellte, war die Nacht deutlich besser als die genau vor einem Jahr. Wir unterhalten uns nämlich über diverse Touren und ich stellte fest, dass ich genau vor einem Jahr auf dem Kilimandscharo war. Gipfeltag! Gerade habe ich die Blogs vom letzten Jahr gelesen. War schon ziemlich krass.
Um 6 Uhr stand ich auf, packte alles und ging zum Frühstück. Ich war nicht die erste. Das halbe Hostel schien die Tour machen zu wollen... Es gab Bürek mit Feta, Tomaten und Gurken. Das Schokocroissant wurde als Proviant verpackt. Bzw auf meinen kleinen Rucksack aufgeschnallt, der ist randvoll...
Gegen dreiviertel 7 kam ein Minibus und holte uns ab. Wir fuhren etwa zwei Stunden über immer schlechter werdende Straßen in die Berge. Zuletzt gibt es durch einen Tunnel, der uns direkt an der Fähre über den Koman Stausee absetzte.
Dort ging es schon recht geschäftig zu  zwei kleine Fähren wurden beladen und das im Tetris Stil. Einige Autos und Motorräder wollten mit, auch ein ganzes Wohnmobil und schließlich kam noch ein ganzer Bus! Wir guckten uns das Ganze vom oberen Deck aus an, wo wir nicht viel weniger geschichtet waren. Es war ziemlich frisch, Pulli und lange Hosenbeine mussten her. Offensichtlich hatte sich aber nicht jeder Gedanken über das Wetter in den Bergen gemacht... Ich fand es später auch mit Regenjacke oben drüber noch recht kühl...



Als alles verladen war, ging die Fahrt um kurz nach neun los. Der See ist eigentlich eher wie ein Fjord. Lang gezogen zwischen steilen Felswänden. Leider war es die ganze Zeit über stark bewölkt und sehr windig. Trotzdem blieb ich oben an Deck und quatschte mit einigen anderen deutschen Mitreisenden. Nach gut zwei Stunden waren wir am Ziel, wo wir direkt wieder auf Kleinbusse und Autos verladen wurden. Die meisten von uns waren ziemlich durch gefroren, aber der Schotte auf dem Beifahrersitz fand es wohl noch zu warm und ließ das Fenster komplett offen...
Gegen halb 1 waren wir am Ziel, einem Guesthouse in Valbona auf gut 900m Höhe.
Wir konnten uns unsere Betten aussuchen, bald darauf gab es Mittagessen. Gemüsesuppe, Reis, Salat und Brot. Danacbh stellte sich die Frage, was anfangen mit dem abgebrochenen Tag. Der Himmel sah nach wie vor grau aus und es tröpfelte immer wieder leicht.

Wir, insgesamt vier deutsche, beschlossen, eine Stunde über einen Pfad in ein anderes Dorf zu laufen. Erstmal ging es ins "Stadtzentrum" von Valbona, genau ein Restaurant mit WiFi.

Dort begann es stärker zu regnen, wir blieben daher gleich hier und tranken einen Kaffee. Und da es dann richtig regnete, noch einen... Dann hörte es ziemlich auf und wir liefen zurück zum Guesthouse. Da es recht frisch ist, ging es mit Kindle unter die Bettdecke. Dann kam eine etwas ältere deutsche rein, legte sich ins Bett und begann augenblicklich zu schnarchen, das wird ganz toll heute Nacht. Weiß nicht ob die Ohrenstöpfel soviel Dezibel schaffen...
Um acht gab es Abendessen, wieder Suppe und Salat, dazu frisches Burek und danach noch Kuchen. Dann saßen wir noch recht lange zusammen, v.a. die deutsche Fraktion und die beiden Hausherrinnen, Mutter und 17jährige Tochter, die recht gut deutsch spricht. Es stellte sich heraus, dass sie mal zwei Jahre in Deutschland gelebt hatten, aber nicht bleiben durften. Gegen halb 11 schlichen wir dann in unsere Zimmer.

Sunday, August 26, 2018

26.8.18 Tirana und Shkodra

Heute früh war ich wieder mal kurz nach 7 auf. Um 8 machte ich mich auf zum Frühstück, dann packte ich und ging in die Stadt. Um 10 startete die Walking Tour, schon lange keine mehr gemacht ;-) Bei der Nationalitätenabfrage stellte sich mal wieder heraus, die Deutschen übernehmen die Weltherrschaft! Unser Guide Eri war klasse, es gab Infos zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, auch wenn die sich für eine Hauptstadt schon in Grenzen hielten. 

Na wer kennt die drei großen? Der kleine weiße ohne Nase ist der Voldemord Albaniens, Enver Hoxha, Diktator bis Mitte der 80er...

Und was noch viel interessanter war, es gab eine kurze Einführung in den Kommunismus Albaniens. Eri ist so alt wie ich, der kommunstische Staat existierte hier bis Mitte der 90er, also wusste er wirklich noch, wovon er spricht. Die Sache mit den ersten Bananen kam mir dann auch irgendwie bekannt vor...
Jetzt ist Albanien, das in Landessprache übrigen Shqipera oder so heißt, unglaublich erpicht darauf, endlich Verhandlungen mit der EU aufzunehmen. Die neuen Autokennzeichen sind übrigens schon ganz im EU Stil... Und wieder mal kam der freie Platz durch Großbritannien zur Sprache ;-) Wie lang das dauert, bis das klappt, ist fraglich. In einem Land, in dem Kinder zum Betteln geschickt werden, das Durchschnittseinkommen bei 400€ liegt und man mit dem Fahrrad auf der Autobahn fahren darf...

Ein Bild, nicht aus Tirana, aber so sieht man ganz oft die Flaggen wehen...

Die Tour endete um Punkt 12, ich ging zum Hostel zurück, kaufte unterwegs noch etwas Obst und ein Fladenbrot mit Feta, zog mich um und ging weiter zum Busbahnhof Richtung Norden. Der ist deutlich näher am Hostel als der von gestern! Dort stand schon ein Bus nach Shkodra bereit, der um viertel 2 starten sollte. Ich trank noch einen Macchiato, dann gings auch schon los. Minimal gekühlt, wenn überhaupt und 2 Stunden später war ich in Shkodra, der letzten Stadt vor Montenegro. Ich lief zum Hostel, mal wieder sehr süß, kleine Dorms, großer Hof zum Abhängen. 

Nach dem Einchecken gabs Infos zum Ort und v.a. zu der zweitägigen Tour, die ich morgen starten möchte. Die kann man ganz gut alleine machen, das Hostel kann aber Transport und Unterkunft organisieren. Mehr dazu gibts übermorgen. Morgen hab ich vermutlich kein Internet und, wenn ich zu langsam laufe, übermorgen auch nicht. Also nicht panisch werden ;-)
Der Plan ist aber, übermorgen Abend wieder in Shkodra zurück zu sein...
Als das geplant war, gings mal in die Stadt. Viel gibts nicht zu sehen außer einer Moschee und einer langen Fußgängerzone. Etwas außerhalb gibts mal wieder ne Burg und der See soll ganz nett sein, aber dafür fehlt mir die Zeit. Hatte schon genug Burgen...

Also gabs ein Eis mit Latte Macchiato, dann gings ins Hostel zurück, alles für morgen raussuchen, es geht nämlich früh um halb 7 los... Hoffentlich passt alles in den kleinen Rucksack... Kurz nach 6 startete ich zum Abendessen. Die Hostelempfehlung öffnete die Küche erst um 7, nicht kompatibel mit meinem Magen. Also gings mal wieder in eine Pizzeria... Es gab eine überragend leckere Primavera. Ganz schaffte ich sie nicht, war riesig, mit den Resten konnte immerhin eine bettelnde Mutter mit drei Kindern glücklich gemacht werden...
Dann gings wieder ins Hostel. Jetzt sitze ich draußen, schreibe Blog und quatsche noch etwas mit den anderen hier, natürlich mal wieder auf deutsch... Dann gehts duschen, fertig packen und nicht allzu spät ins Bett. Bis vermutlich übermorgen!
Mein Lieblingsschild hier! Auch gerne mal an Autos und Häusern, die gar nicht so beschissen aussehen ;-)

Saturday, August 25, 2018

25.8. Auf nach Tirana

Wir waren tatsächlich nur zu zweit im Dorm und ich schlief deutlich besser als die erste Nacht hier. Um kurz nach 8 stand ich auf, packte und startete. Unterwegs kaufte ich etwas Obst, dann gings zum Public Beach, äääh zur Bodenhaltung. Um kurz nach 9 wars fast noch angenehm leer... Und erstaunlicherweise wurde es auch gar nicht ganz so krass voll. Der Planet schien und gab alles. Ich fragte mich schon, wie ich überhaupt jemals trocken werden sollte, denn kaum trocknete das Wasser, schwitzte ich schon wieder. Als ich eine Banane aß, kam mal wieder ein kleines zerlumptes Mädchen an. Mit meiner anderen Banane war es zufrieden :-(  Ich verbrachte de Vormittag also mit faul rumliegen und lesen. Ab elf zog der Himmel dann ziemlich zu, perfekt, dank Wolkendecke trocknete ich immerhin.
Um 12 packte ich zusammen und ging noch ne Kleinigkeit essen. Dann noch einen Macchiato nahe beim Bus und gegen halb 2 konnte ich meinen Rucksack im Bus verladen. Ich holte mir noch ein Bürek mit Käse als Wegzehrung und um 2 gings los nach Tirana. Ein echter Bus dieses Mal, randvoll. In den Achtzigern fuhr der noch in Deutschland! Es ging die Strecke zurück über Gjirokaster und dann weiter Richtung Norden. Mit der obligatorischen halben Stunde Pause da, wo wir auch runterwärts schon gehalten hatten, waren wir um dreiviertel acht in Tirana.
Da der Busbahnhof ganz schön außerhalb ist, fragte ich einen Taxifahrer nach dem Preis. Der rief, warum auch immer, erstmal im Hostel an und wollte dann zuviel... Da fährt bestimmt ein Bus. Also raus, einmal ums Eck und schon kam einer an, auf dem Qentär oder sowas stand, also auf ins Zentrum. Der brachte mich dann auch auf 400m ans Hostel ran. Den Rest lief ich zu Fuß. 
Das Hostel selbst ist wieder viel schöner, günstiger, mit Frühstück, Hostelseele und zumindest einem Hund! Ich checkte ein, bezog meinen Dorm mit insgesamt drei weiteren Deutschen und duschte erstmal. Dann gings in den Hinterhof, in dem eine gemütliche Bar zum Abhängen ist. Nur die Musik ist etwas schräg, gerade läuft David Hasselhoff... Wer den nicht mehr kennt, das war meine erste Kassette nach Benjamin Blümchen.... Mit einem Bier schreibe ich Blog und plane noch etwas weiter. Jetzt ist es 10, der Blog ist fertig - nein, heute gibt es keine Bilder, da war nix zum Fotografieren!

Friday, August 24, 2018

24.8.18 Butrint und etwas Strandähnliches

Die Nacht war, wie nicht anders zu erwarten, nicht die beste. Um halb 8 war ich endgültig wach und nichts hielt mich im Bett. Frühstück gibts hier auch nicht, also nix wie los. Draußen war es leicht bewölkt, ideal für alte Ruinen. Ich lief zur Busstation und kaufte unterwegs noch etwas Obst. Um 10 nach 8 sah ich den 8-Uhr-Bus davon fahren. Ein Taxifahrer meinte, der nächste käme erst um 9, nicht um halb wie das Internet sagt. Hm, also schnell ins Café neben der Haltestelle einen Macchiato trinken. Ein bettelndes Straßenkind fütterte ich mit meiner Erdnusstüte. Die Haltestelle füllte sich und um kurz nach halb kam doch der Bus. Ha!   Als alle eingestiegen waren, war er quasi komplett voll und doch schafften wir es, an den nächsten Stationen noch ordentlich zuzuladen. Da sind wir Hennen aus der Legebatterie wohl in einen Viehtransporter gelockt worden! Immerhin, die meisten stiegen in Ksamil bei den angeblich besseren Stränden aus und auf der Strecke nach Butrint hatte jeder einen Sitzplatz.
Um halb 10 waren wir am Ziel, DEM touristischen Highlight Albaniens. Von Korfu und wohl auch dem griechischen Festland werden hier Wagenladungen voller Touris hergekarrt. Zwei Busse standen auch schon da, aber nach 5 Minuten Anstehen und gut 5€ Eintritt war ich drin. Das Gelände besteht aus viele Ausgrabungen, viele Gebäudereste stammen aus der Zeit vor Christus. Aeneas soll hier vorbei gekommen sein und auch Caesar hatte seine Finger im Spiel. Das ganze hat schon Ähnlichkeiten mit dem, was man so in Rom findet oder eben im alten Griechenland. 


Ich hatte es geschafft, die beiden Busse gleich am Anfang abzuhängen und dann war es auch völlig ok und man konnte menschenfreie Bilder knipsen. Als ich knapp 2 Stunden später zum Ausgang kam, sah es aber ganz anders aus, jetzt war es echt überlaufen und auf dem Parkplatz herrschte Ausnahmezustand. Der Bus, der um halb 12 abfahren sollte, kam auch schon um dreiviertel. Was aber nicht heißt,  dass wir dann auch abfahren, nein, der Fahrer machte erstmal Pause und wir fuhren erst um halb 1 ab... Toll, aber immerhin hatte ich jetzt einen Sitzplatz. Am Schluss war der Bus wieder ziemlich voll. Aber die meisten stiegen wieder in Ksamil aus.
Ich setzte alles auf eine Karte und fuhr ein Stück weiter, wo es laut TripAdvisor genau einen Strand geben sollte. Schon den Weg hinunter war klar, leer ist der auch nicht. Alles war zugeparkt. Ein guter Strand zeichnet sich dadurch aus, dass man bis an die Liege fahren kann! Hier war das in einer kleinen Bucht der Fall,  vielleicht 150m lang, 90% davon mit Legebatterien gefüllt, links und rechts am Rand vielleicht 10m für Bodenhaltung. Immerhin, es war ruhiger, keine Hotelbunker und ich konnte mein Handtuch komplett ausfalten. Dafür nach wie vor Wolkendecke, sehr typisch...
Es war jetzt viertel 2, ich hüpfte erstmal ins Wasser, dann legte ich mich mit Kindle auf mein Handtuch. Irgendwann gönnte ich mir einen Teller Pommes im Strandrestaurant.
Gegen halb 5 hatte ich genug, die Wolkendecke war inzwischen komplett geschlossen und so gemütlich ist Kies dann nun eben auch nicht. Ich lief zur Straße hoch und wolltedie Zeit bis zum Bus damit überbrücken, den Daumen in die Luft zu strecken. Die Idee hatten zwei Kerle auch schon, bisher erfolglos. Ich stellte mich halt mal dazu und tatsächlich hielt nach vielleicht gut 5 Minuten ein Opi im alten Mercedes und lud uns alle ein. Wir sprachen mal wieder italienisch, verstehen geht ja echt ganz gut, aber antworten klappt kaum mehr... Er brachte uns jedenfalls alle ins Stadtzentrum.
Ich suchte mir ein Café direkt am Wasser und trank einen leckeren Cappuccino Freddo. Dann lief ich in Richtung Hostel den "Strand" entlang auf der Suche nach einem nett aussehenden Lokal. Fehlanzeige. Alles war leer, offensichtlich isst man hier nicht zu abend, sondern nur tagsüber... Na gut, da war noch das kleine Fischrestaurant in Hostelnähe, das immer so gut roch. Also eben dorthin. Pasta mit Meeresfrüchten war leider aus, Risotto auch, also gabs gegrillten Fisch mit Joghurtsoße und schon wieder Pommes. War auf jeden Fall lecker.
Dann lief ich ins Hostel und ging erstmal duschen. Momentan sind wir nur zu zweit im Dorm. Ich ging. Richtung Terrasse und traf auf ein bekanntes Gesicht aus Gjirokaster,  einer der anderen deutschen. Wir quatschten etwas, ich buchte zwei weitere Hostels und jetzt schreibe ich Blog. Inzwischen ist es fast 10.
Morgen früh muss ich wohl oder über nochmal in die Bodenhaltung, um 2 bringt mich dann ein Kühltransporter nach Tirana, wo ich eine Nacht bleibe, bevor es nach Shoder ganz im Norden Albaniens geht...

Thursday, August 23, 2018

23.8.18 Von Gjirokaster bis ans Meer

Nachdem ich gestern noch ein Bier geschenkt bekommen hatte, wurde es doch fast 1 bis ich aus der Hostelküche kam. Ich schlief gut, war aber mal wieder um halb 8 auf. Noch etwas liegenbleiben, dann gings zum Frühstück. Hier ist es so gemütlich, da kann man echt hängen bleiben... 


Doch gegen viertel 10 verließ ich dann doch mal die Runde und ging packen. Dann gings endlich daran, die Burg anzuschauen. Über steile Treppen und Wege gings hoch. Die Burg hier ist wieder ganz anders als in Berat. Ziemlich gut erhalten, dafür zahlt man auch etwa 1,50€ Eintritt... Der Blick auf die Stadt und die Berge rundherum ist es aber auch echt wert. 



Von der Burg lief ich denn etwas auf und ab durch die vielen Gässchen und suchte meinen Weg zu einem der alten Häuser, das man besichtigen kann. Ganz oben im Ort mit super Aussicht. In dem Haus befindet sich auch noch etwas der alten Einrichtung, was aber nicht so viel ist. 
Dort oben trank ich noch einen Kaffee, bevor ich zum Hostel zurück ging. Inzwischen war es 12, ich zog mich um und verabschiedete mich schweren Herzens von meinen super Gastgebern.
Auf dem Weg nach unten kaufte ich noch etwas Obst als Reiseproviant. Am Busstopp angekommen, wurde mein Rucksack auch gleich in einen Kleinbus nach Sarande verladen. Bis der los fuhr, war es aber 1 Uhr. Luftlinie waren es gerade mal 25km bis Sarande, dank nicht direkter Straße und vielen Bergen, die im Weg stehen, dauerte es aber doch eineinhalb Stunden. Bei jedem Pass dachte ich, jetzt muss ich doch endlich das Meer sehen, aber das ging echt erst zwei Kilometer vorm Ziel. Hatte nicht gedacht, dass Albanien derart bergig ist.
Mir war ein Hostel empfohlen worden und natürlich war es das einzige, das gut eine Kilometer von der Haltestelle weg war... Also erstmal hinlaufen, dieses mal aber recht ebenerdig... Dort angekommen erwartete mich ein recht neues, aber ziemlich kahles Hostel. Das Erdgeschoss eines großen Wohnblocks, Terrasse an der Straße und innen alles groß aber leer. Ich bekam nach etwas gutem Zureden das Bett im Dorm, das nicht genau unter der AC war. Hier gibts nur Bettlaken, keine Decken, ich würde mal wieder erfrieren! Die Räume sind sauber, aber es fehlt definitiv die Hostelseele. Und die Katze!
Als ich mich sortiert hatte, ließ ich mir den Weg zum nächsten Strand zeigen. Es war etwa 3 und ich hatte ja nichts mehr vor. Der Typ vom Hostel brachte mich auch gleich selber hin. Und dann erlebte ich den Albtraum meines Lebens. Wo war ich hier gelandet? War es ein Flüchtlingscamp mitten in Afrika? Lauter halbnackte Menschen auf Plastik- oder Holzpritschen, eng aneinander gequetscht ohne jegliche Privatsphäre, Sonne oder Sonnenschirm je nach Position hilflos ausgeliefert. Oder war ich doch in einer Eierproduktionsfabrik gelandet und es handelte sich um Massentierhaltung? Auf einer Seite begrenzt durch hohe Betonmauern, aus deren nach oben offenen Käfigen noch mehr Legehennen zu mir herabschauten. Was auch immer, ich war entsetzt! Ich lief bestimmt einen Kilometer weit, ohne dass sich das Bild ansatzweise änderte. Und dann war da noch der riesige schwimmende Kasten draußen auf dem Meer, der auch noch eine ganze Ladung Schwimmhennen mit orangen Handtüchern ausgespuckt hatte. Nachdem ich den kleinen Fähranleger umrundet hatte, kam ich immerhin auf einen kurzen Abschnitt Bodenhaltung. In dieser Legebatterie fand ich mit etwas Glück ein Fleckchen Kiesstrand, wo mein Handtuch wenigstens einmal gefaltet hinpasste. Wenn man die Augen zumachte und die gackernden Hühner ausblendete, hörte man sogar das Meer und mit etwas Fantasie dachte ich, ich liege am Strand!
Wahnsinn, sowas hab ich echt noch nicht erlebt! Da ist Bibione quasi ein einsamer Strand dagegen! Nur Bettenburgen oder Wohnblocks, kann ich nicht so wirklich unterscheiden. Wenn ich mir vorstelle, hier eine Woche Urlaub machen zu müssen, Horror! Und so schaffte ich es, ohne ein einziges Foto durch den restlichen Tag... Ok, positiv zu vermelden: "Strand" und Wasser waren sauber, es gab sogar ne Entsalzungsdusche, die Sonne schien und mein Buch war gut! So hielt ich es dann doch bis nach 6 aus. Dann machte ich mich daran, meine Flucht für übermorgen zu planen. Eigentlich wollte ich einen Nachtbus nach Tirana nehmen, jemand hatte was von 8 Stunden erzählt und einer startet um 10. Der Verkäufer erklärte mir aber mit Händen, Füßen, Zettel und Stift, dass der schon um halb 4 ankommt. Mist! Eine Nacht länger bleiben ist hier keine Option, also entschied ich mich für den nächst früheren nachmittags um 2. Lieber den Nachmittag im Bus verbringen als länger hier bleiben!
Danach gings zum Abendessen. Hier hat man die Wahl zwischen überteuert am Wasser oder Normalpreis irgendwo an der Straße. Ich nahm dann doch lieber überteuert mit Meerblick, ist für deutsche Verhältnisse immer noch günstig. Es gab ne leckere Pizza Quattro Formaggi mit Bier und das kostete mich auch nur 8 Euro. Satt lief ich die Promenade und dann Straße zurück zum Hostel. Mein Dorm war schon Kühlschrank, aber eine Mitbewohnerin und ich beschlossen, auf wenigstens 23 Grad hoch zu drehen. Dann duschte ich. Klasse, hier sind in den Bädern oben große Milchglasfenster, mein Dorm ist auf der anderen Seite. Wenn also einer am Klo hockt und das Licht an macht, kann ich im Bett lesen... Dreimal dürft ihr raten, wer heute Nacht die Augenklappe auf hat... Ach ja, die andere Seite des Dorms ist eine Fensterfront auf die Straße... Mit Vorhängen zwar, aber die Ohrenstöpfel sind hier also auch Plicht...
Naja, immerhin riecht es gut ;-)
Morgen fahre ich dann mit dem Bus ne halbe Stunde Richtung Süden nach Butrint zu einer alten griechischen Ausgrabungsstätte. Deshalb bin ich überhaupt hier. Und dann hoffe ich, zwischen dort und hier doch noch ein Stück Strand zu finden, wo ich mein Handtuch komplett aufklappen kann... Drückt mit die Daumen. Und auch dass morgen kein Kreuzfahrtschiff kommt und nicht ganz so viele Tagestouristen aus Korfu die Tour nach Butrint machen...

Wednesday, August 22, 2018

22.8.18 Jeeptour

Der heutige Tag war mal so gar nicht geplant und sollte daher umso besser werden. Heute morgen weckte mich tatsächlich um 8 der Wecker, aber auch nur, weil ich dann doch nochmal eingeschlafen war... Ich stand auf und ging in die Wohnküche, wo schon einige am großen Frühstückstisch saßen. Sehr familiär, auch die beiden Besitzer frühstückten mit uns,  auch wenn Brenda zwischendurch immer mehr Eier briet. Außerdem gab es gutes Brot, Käse, Gurken, Tomaten, Obst und kannenweise Kaffee. Meine Kommentar, dass ich fast nix mehr zum Anziehen hätte (und bei Backpackern heißt das, da ist nix mehr im Rucksack!), sorgte dafür, dass Brenda anbot, sich um meine Wäsche zu kümmern und sie später aufzuhängen. Somit füllte ich also die Waschmaschine und sorgte damit für gähnende Leere im Rucksack.
Um kurz nach 9 starteten 6 Mann und Arthur mit seinem Jeep zur heutigen Tour. Zunächst ging es südlich aus der Stadt raus. Erster Stopp war eine kleine Ausgrabungsstätte mit einem alten Amphitheater aus griechischen Zeiten. 

Von dort an gings größtenteils Offroad weiter. Auf unbefestigten Straßen, wobei immer mal wieder ein Abschnitt neu geteert war. Arthur meinte, das wäre immer eine andere Gemeinde und manche teeren eben... Nächster Stopp war ein kleines Dorf in den Bergen, wo wir noch etwas weiter bergauf liefen und in the middle of nowhere auf ein altes orthodoxes Kloster stießen. In kommunistischen Zeiten wurden aber alle Mönche vertrieben. Übrig blieb eine süße alte kleine Kirche, völlig versteckt. 

Von dort gings zum Highlight der Tour, wir hielten an einem Fluss und kletterten bzw schwammen zu einem kleinen Wasserfall. Das Wasser war ziemlich eisig, war echt genial. Und kein Mensch weit und breit. Wir waren aber ziemlich lausige Backpacker, keiner hatte ein Gopro, keine Fotos! Ich erbarmte mich schließlich,  nachdem wir springend und kletternd am Ausgangspunkt zurück waren, kletterte ich mit Kamera noch mal zurück und machte ein paar Bilder. Die von gestern waren ja schon save auf dem Tablet, falls ich ins Wasser fallen sollte. Klappte aber alles ;-)


Nachdem wir getrocknet waren, fuhren wir über eine niegelnagelneues Sträßchen ins nächste Dorf. Schilder gabs wohl gratis dazu, vor jeder Kurve stand ein Warnschild und auch ansonsten gabs einige davon. Im Dorf gings ins einzige Restaurant. Es gab ein schafige Joghurtcreme mit Brot, Feta, Salat, Pommes und für den Rest noch Lammfleisch. Danach noch einen türkischen Kaffee und ein Dessert aus Joghurt und Honig.
Pappsatt fuhren wir weiter und jetzt wurde es richtig Offroad. Nächster Halt war wieder mitten in der Pampa. Arthur machte es immer spannend und sagte nie, wo wir hin fuhren. Wir liefen ein Stück und trafen erst auf eine Ziegenherde mit Zieger (oder wie heißt ein Ziegenschäfer?!?), dann kamen wir zu einer uralten Brücke aus osmanischen Zeiten. 


Von dort aus gings in ein noch recht belebtes Dorf mit nicht mehr so belebter Dorfschule. Dort gabs einige Reste aus kommunistischen Zeiten. Von alten Schulbüchern, Relikten aus der Biologiesammlung und vielem mehr. Die Mathebücher waren genauso (un)verständlich wie heute. 
Nächster Stopp war ein alter Bunker aus osmanischen Zeiten. Oder ein alter Grenzposten. Von dort gings zurück nach Gjirokaster, über eine neue Straße, die aber qualitativ nicht so gut war. Manche Teile waren schon abgerutscht. Es ging über 1000 Höhenmeter bergab.
Letzter Stopp war der ATM ohne Gebühren und die super Eisdiele gleich nebenan. Dann gings zurück ins Hostel. Inzwischen war es 7 Uhr. Erstmal holte ich meine Wäsche von der Leine, dann saßen wir noch etwas auf der Terrasse. Alle wollten meine Wasserfallbilder;-) dann gingen wir noch was essen, ich hatte Paprika, mit Reis gegüllt. Kleine Portion, aber für meinen Nichthunger genau richtig.Von dort lief ich ins Hostel zurück. Jetzt sitze ich mit einem Glas Wein auf der Terrasse und schreibe meinen Blog. Ein Hostel für morgen ist auch gebucht, es geht endlich ans Meer!